Sonntag, 9. November 2014

Premiere :)

Und schon wieder ist ein aufregendes Wochenende vorbei.. die Zeit rast wirklich!

Am Samstag habe ich zum ersten Mal die Nachrichten verlesen. Die Tage vorher habe ich die ganze Zeit über geübt und mich darauf vorbereitet, dass halb Mexiko mich hören wird.

Morgens sind Sarah und ich dann zusammen zum Radio gefahren. Die ganze Zeit über war ich noch ganz entspannt und hab mich nicht verrückt gemacht, wie die Tage vorher.
Enrique und Daniel haben schon auf den Treppen gewartet. Irgendwann kamen auch Nuria und Gustavo.
Ich las meinen Text zum gefühlten hundertsten Mal und war mir mittlerweile ziemlich sicher, dass ich alles korrekt aussprechen konnte. Gustavo sagte mir dann,  dass es eine kleine Änderung gegeben hat und ich zwei Artikel weniger lesen muss. Da war ich ein bisschen erleichtert. Ich las ihm also die Artikel vor und er hatte fast nichts daran auszusetzen. Nur ein paar Betonungen..

Wir hatten für den Tag einen Gast und die Aufnahmekabine war voll. Wir wurden alle platziert und ich bekam ein Mikrofon vor die Nase.
Ich saß zwar schon so einige Male in der Kabine, aber musste nie sprechen.

Jetzt war es also so weit. Um 12 Uhr hörte ich das vertraute Intro und Enrique begann mit der Moderation. Direkt danach war ich dran. In dem Moment in dem ich meinen Einsatz hatte überkam mich auf einmal eine Welle der Aufregung und Nervosität und mir traten sogar die Tränen in die Augen. Ich verdrängte alles ganz schnell und las einfach meinen Text. Es ging alles ganz schnell und war schneller vorbei, als dass ich begreifen konnte, was ich da tat.
Ich drehte mich zum Produktionsraum um und das Team zeigte mir nach oben gestreckte Daumen. War ich erleichtert!
Ich sank auf meinen Stuhl zurück und hörte den anderen zu. 
Mitten im Interview mit dem Gast stellte Enrique mir auf einmal eine Frage, die ich nicht so ganz verstand. Hinter mir, im Produktionsraum wurde ihm bedeutet, dass ich gar nicht gemeint war und er fuhr einfach mit dem Programm fort.

Danach wurde mir gesagt, dass ich beim nächsten Mal etwas langsamer sprechen soll. Ich wunderte mich wieso, da hier ein wahnsinnig schnelles Sprachtempo herrscht, aber jetzt weiß ich, dass der Übersetzer für die Gebärdensprache sonst nicht hinter kommt.

Die Sendung gibt es im Livestream auf YouTube zu sehen. Dort wird das Programm für Menschen übersetzt, die taubstumm sind. Ich finde das großartig!

Sarah und ich fuhren wieder nach Hause und ich fiel erstmal ins Bett. Die Aufregung hatte mich ganz schön geschafft.
Nach einem Nickerchen lies ich nochmal alles Revue passieren und war wahnsinnig stolz auf mich! Ich gehöre jetzt voll mit zum Team! :)

Heute, am Sonntag, war ich dann mit Miguel und Rodolfo in der Stadt verabredet. Wir drei testen zusammen die Barrierefreiheit in der Stadt.
Kein Ausschlafen!
Wir gingen also durch eine Einkaufsstraße und testeten die Barrierefreiheit. Ein paar Dinge fielen uns auf und wurden dokumentiert und fotografiert.
Danach schlemmten wir noch ein Eis und verabredeten uns für das nächste Wochenende, an dem wir eine weitere Straße in einem anderen Stadtteil testen. Das macht echt Spaß!

Das war mein Wochenende :)
Ich wünsche einen guten Start in die Woche!  :)

Montag, 3. November 2014

Angekommen

Mittlerweile zähle ich nicht mehr die Tage oder Wochen, die ich schon hier bin. Ein Tag kommt, ein Tag geht und es ist immer spannend was mich am nächsten erwartet.

Der 16. September ist der Unabhgigkeitstag von Mexiko und wird hier gross gefeiert. Auf allen Plätzen des Landes versammeln sich die Leute und feiern zusammen.
Am 15. September um 23 Uhr beginnen die offiziellen Feierlichkeiten.
Wir waren am 15. zusammen mit Lourdes, Elias und Tristan 'Chile en Nogada' essen. Das ist gefüllte  grüne Chilli (zum Glück ohne Kerne) mit einer nussigen Sosse und Granatapfelkernen. Der Geschmack ist sehr interessant, süss und scharf zugleich. Danach waren wir pappsatt.
Nach einem kurzen Nickerchen wurden wir um 19 Uhr wieder abgeholt und sind zum Zentrum von Coyoacan gefahren. Dort war die Hölle los. Es gab Stände mit Essen, Fahrgeschäfte und eine Bühne, auf der auf den Ruf des Präsidenten (Grita) vorbereitet wurde. Wir wanderten ein bisschen herum und guckten uns alles an. Direkt am Platz gibt es einen Kunstmarkt. Der ist wirklich schön!
Um 23 Uhr suchten wir uns dann einen Platz von dem aus wir gut den Grita hören konnten. Der Stellvertreter Coyoacans ruft den Grita zur Unabhängigkeit aus und die Masse schreit mehrmals "¡Viva!". Danach gab es ein fenomenales Feuerwerk!

Mit der Aufenthaltsgenehmigung ist das so eine Geschichte.. wir waren insgesamt fünfmal bei der Einwanderungsbehörde und haben nun endlich unsere endgültige Aufenthaltsgenehmigung.

Bei einem Ausflug zur Einwanderungsbehörde haben wir einen Abstecher zum Revolutionsdenkmal gemacht. Die Aussicht von oben ist abends am schönsten. Das werden wir noch machen.

Die Arbeit ist ganz schön spannend. Ich bin jetzt voll ins Team involviert und werde auch schon im Abspann genannt! Als ich das zum ersten Mal hörte, war ich ganz schön überrascht, da mich keiner vorgewarnt hatte!

Am Samstag, 8.11. werde ich dann selbst die Neuigkeiten verlesen. Wenn ich nur daran denke, bin ich schon wieder ganz aufgeregt!

Am 2.11. ist hier der "Día de los Muertos"-Tag der Toten- DER Feiertag in Mexiko. Überall werden Altäre aufgestellt, auf denen Bilder von den Toten aufgestellt werden und etwas, das sie gerne mochten. Es ist kein Trauertag. Die Toten werden geehrt in dem man nette und lustige Geschichten über sie erzählt, man kommt zusammen.
Am Tag vorher war ich mit Enrique nach dem Radio am Revolutionsdenkmal. Dort gab es auch schon eine Veranstaltung. Viele Leute kostümierten und schminkten sich. Auf einer Bühne gab es Livemusik und am Rand des Platzes verschiedene Altäre.

Ansonsten waren wir bei der Basilica in der DAS Heiligtum Mexikos ist, die Tilma von Guadalupe. Dazu gibt es eine Geschichte: Juan Diego, einem der ersten getauften Indianer, erschien die Jungfrau. Sie befahl ihm auf einem nahe gelegenen Hügel eine Kirche zu bauen. Doch der Bischof ließ sich von dieser Erscheinung nicht beeindrucken und stimmte dem Bau nicht zu. Am 12. Dezember erschien die Jungfrau Diego noch einmal. Sei sagte ihm er soll oben auf dem Hügel Rosen pflücken. Juan Diego ging hinauf und pflückte die Rosen, er wickelte sie in seine Tilma (eine Art Umhang) und ging zum Bischof. In dem Moment in dem er seine Tilma vor dem Bischof öffnete, um die Rosen zu zeigen (als Beweis), erschien auf der Tilma das Abbild der Jungfrau.

Auf dem Zocalo waren wir auch nochmal und sind hinterher in der Rush Hour zurück gefahren. Echt ein Erlebnis für sich!
Im Auditorio Nacional, der Philhamonie, auch ein fantastisches Bauwerk, erlebten wir einige mexikanische Sänger. Es war ein Konzert anlässlich des 91. Bestehen des Radio-Instituts. 

So! Das war erstmal alles!

¡Saludos!

Mittwoch, 17. September 2014

Die ersten vier Wochen..

Mittlerweile sind wir nun schon 4 Wochen hier.
Ich war mittlerweile schon viermal beim Radio. Das erste Mal bin ich mit Lourdes und Elias alleine gefahren. Ich wurde vorgestellt und habe das Radio kennengelernt und die Aufnahmekabine, bei den letzten beiden Sendungen sass ich sogar mit in der Kabine. Es ist alles ziemlich cool. Ich freue mich schon sehr darauf endlich richtig arbeiten zu können. Die Kollegen sind alle sehr nett und freundlich. Die Sendung am Samstag geht immer eine halbe Stunde. Es werden Neuigkeiten verlesen und Interviews geführt.
Ich werde in Zukunft für die Neuigkeiten zuständig sein.

Der Jetlag am Anfang war sehr anstrengend. Ich war morgens um 4 Uhr wach und wollte um 18/19 Uhr schon wieder schlafen gehen. Aber nach einer Woche hatte sich das auch alles eingependelt.


Letzten Samstag bin ich zum ersten Mal alleine zum Radio gefahren. Ich war so aufgeregt und unsicher ob ich den Weg überhaupt noch finden würde. Aber es ging alles gut und ich kam pünktlich beim Radio an.

Mitwochs kommt jetzt immer Enrique ins Centro. Er ist einer der Moderatoren und kümmert sich ebenfalls um die Neuigkeiten. Er hat ebenfalls eine Behinderung. Wir arbeiten zusammen die Neuigkeiten aus.

Nachdem ich alleine beim Radio war, bin ich danach mit Sarah zusammen ins Stadtzentrum zum Zocalo gefahren. Der riesige Platz am Palacio Nacional. 
Wir sind uns wie richtige Touris vorgekommen! Wir haben auf dem Platz vor der Kirche den indigenen Tänzern zugeguckt, im Palacio Nacional die Wandgemälde von Rivera bestaunt und im Park des Palastes entspannt. Um 18 Uhr haben wir dann von einer Dachterasse aus das täglichen Spektakel, das Einholen der riesigen Fahne, beobachtet.

Ansonsten habe ich gearbeitet und poco a poco Spanisch gelernt. Mit der Geschwindigkeit der Sprache haben wir uns mittlerweile angefreundet. Manchmal ist es noch schwierig, aber im Grossen und Ganzen klappt es schon ganz gut...auch mit dem Sprechen! :)

Heute, 17.9.14, war Enrique, mein Kollege vom Radio wieder da. Wir haben gemeinsam an den Neuigkeiten gearbeitet und mein Teil wird dann auch in der Sendung verlesen. :) Ganz schön aufregend!

Nun.. das waren die ersten vier Wochen :) Morgen sind wir schon einen Monat hier! Wie die Zeit fliegt... Die Leute hier in der Gegend kennen uns mittlerweile alle. Der eine Kioskbesitzer läuft uns immer über den Weg und grüsst uns wie alte Bekannte. Da fühlt man sich wirklich sehr willkommen und ein bisschen heimisch! :)

¡Saludos!

Freitag, 29. August 2014

Der Tag danach

Ich wachte am Dienstag, dem 19.08.2014 schon morgens um 4 Uhr auf und konnte einfach nicht mehr einschlafen. Blöder Jetlag! Sarah schlief einfach weiter. Irgendwann um 7 Uhr wachte sie dann auch mal auf. Wir frühstückten Brot, das nach Essig schmeckt,  mit Marmelade und ließen den letzten Tag Revue passieren. Wir fanden dass unsere Aufregung ein bisschen übertrieben war.
Wir machten uns fertig, da die SchülerInnen des Centro um 9 Uhr kamen. Irgendwann um 10 Uhr trauten wir uns aus unserem Zimmer raus und trafen auf die erste Schülerin, die uns einen ersten Schock verpasste. Sie sprach so schnell, dass wir bestimmt 3x nachfragen mussten, was sie uns fragte.
Dann lernten wir die 'maestros' kennen. Sie sind alle super freundlich und hilfsbereit und sprechen, zu unserem Glück, extra langsam mit uns.

Später holte Lourdes uns mit Trístan ab. Wir fuhren in ein Shoppingcenter und wechselten Geld und wir bekamen mexikanische Chipkarten. Danach fuhren wir noch zu einem großen Supermarkt. Wirklich groß! Die nötigsten Lebensmittel wurden eingekauft und wir fuhren wieder zurück zum Centro.
Nach einer kurzen Pause liefen los wir in Richtung Bäcker. Die Bäckerei ist fantastisch und bietet was das Herz begehrt.. außer Vollkornbrot!
Die Bäckerei liegt direkt neben dem Park. Der Park ist wirklich cool! Dazu muss man erklären dass Parks hier betonierte Flächen mit vielen Sportmöglichkeiten ist. Zum Beispiel gibt es eine Open Air-Fitnessstation.

Den Rest des Tages haben wir im Centro verbracht und gegen unseren Jetlag gekämpft. Abends haben wir uns dann Spaghetti Bolognese gekocht. Wirklich gut! :)

Saludos aus México!

Mittwoch, 20. August 2014

Bienvenidos en México!

Liebe Leute,

Erstmal zu meiner Person.
Ich heiße Laura Christ, bin 19 Jahre alt und komme aus Berlin. Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht.

Am 18. 8. 2014 bin ich nach Mexiko-Stadt aufgebrochen, um hier ein Jahr meinen weltwärts-Freiwilligendienst zu absolvieren.

Tag 1:

Um 10:45 Uhr ging es von Berlin-Tegel aus mit zwei für mich riesigen Koffern los. Als ich meine Lieben zum Abschied umarmte, flossen auch bei mir ein paar Tränen. Vorher hatte ich mich schon oft gefragt, wie der Abschied für mich wohl werden würde.

Ich startete also um 10:45 Uhr von Berlin nach Frankfurt am Main. In Frankfurt hatte ich ungefähr 1 h Umsteigezeit. Als ich aus dem Flugzeug stieg, stellte ich fest, dass ich vom Gate A1 zum Gate Z69 laufen musste. Eile war angesagt. An der Passkontrolle war der Herr so nett und bugsierte mich direkt nach vorne, sodass ich nicht lange anstehen musste. Auf dem Weg zum Gate traf ich mich mit Sarah, ebenfalls eine Freiwillige, die mit mir nach Mexiko geht. Wir haben uns schon auf den Vorbereitungsseminaren kennengelernt und verstehen uns sehr gut. Wir suchten uns einen Wagen für unser Handgepäck und liefen zum Gate. Dort hatte sich schon eine sehr lange Schlange gebildet. Da ich nicht so lange stehen kann, gingen wir nach vorne und die netten Damen der Lufthansa ließen uns Pre-Boarden.
Dann sahen wir das Flugzeug mit dem wir nach Mexiko-Stadt fliegen würden. Wir waren sehr beeindruckt von der Größe dieses Monstrums von Flugzeug!
Wir fanden direkt unsere Plätze und richteten uns ein. Ich hatte meinen kleinen Koffer wieder unter meinen Füßen. Auf jedem Platz lagen eine Decke, ein Kopfkissen und ein paar Kopfhörer. Ebensfalls hatte jeder Passagier einen kleinen Bildschirm vor sich. Wir durchforsteten direkt die riesige Auswahl an verschiedenen Filmen und machten uns einen Plan, welche wir in den ca 11 h Flug alle schaffen würden. Ich schaffte ca 3.
Um 13:25 Uhr rollte das Monstrum mit uns drin auf die Rollbahn und die Nervosität packte uns.
Aus einer der letzten Reihen hörte man die ganze Zeit nur: "sind wir blöd".
In der Luft angekommen legte sich die Nervosität wieder und die FlugbegleiterInnen kamen mit Knabberzeug und Getränken vorbei.
Die Zeit über guckten wir Filme, aßen unsere Mahlzeiten, quetschten uns in die kleine Toilette um Zähne zu putzen und bestaunten die Wolkenformation unter  uns, als wir gerade über Nordamerika flogen. Ich ging auch mal dem Phänomen, dass Tomatensaft in der Luft anders schmeckt, auf den Grund und war sehr positiv überrascht. Unser Sitznachbar schlief fast die ganze Zeit.
Nach 11 h waren wir "schon" im Landeanflug und die Nervosität bei uns stieg ins Unermessliche. Am Flughafen "Benito Juarez" hatten wir die erste Hürde in Form eines Einreiseformulares zu bewältigen. Nachdem wir dann auch hier die Passkontrolle passierten, gingen wir zum Gepäckband. Unsere Koffer kamen alle heil an. Sarah hatte ihren Rucksack extra mit Frischhaltefolie und einem wasserdichten Sack verpackt. Den Zollbeamten kam der merkwürdig vor und er wurde nochmal durch die Röhre geschoben. Sie musste ihren Tee zeigen, den sie eingepackt hatte.
Dann gingen mit unserem vollbepackten Gepäckwagen durch die Tür in die Ankunftshalle. Unsere Betreuer Lourdes und Elyas erkannten uns natürlich sofort und winkten uns zu. Wir begrüßten uns herzlich. Auf dem Weg zu Ihnen nach Hause kämpften wir uns durch die Hauptverkehrszeit und kamen dann nach einer Stunde an. Wir aßen Quesedillas und versuchten unsere Müdigkeit zu verbergen, was uns aber nicht so ganz gelang.
Danach fuhren wir zum Centro Formativo. Hier werde ich für ein Jahr wohnen. Ich mochte es von Anfang an.
Wir machten einen Schnellrundgang und sie hießen uns nochmals herzlich willkommen. Sarah wohnt für die ersten zwei Wochen noch hier und zieht dann zu ihrer Gastfamilie. Wir fielen einfach nur noch todmüde und glücklich in unsere Betten. Wir waren seit fast 24 h auf den Beinen!